Klappentexte – Teil 3

19 07 2012

Diesmal geht es in kurzen Worte um Inside a Skinhead bzw. den leicht unpräzisen Teil der Beschriftung auf der Verpackung. Wer jetzt keine Ahnung hat um was es mir geht, dem möchte ich dezent auf meinen ersten Blogpost zu diesem erschütternden Thema verweisen: Guckst Du hier!

Außerdem möchte ich vorwarnend hier bemerken, dass ich heute wieder besonders kleinlich bin.

Auszug aus der Beschriftung der DVD:

„Danny Balint ist ein junger jüdischer Mann, der in New York lebt. In den Nächten studiert er religiöse Schriften und lehrt hebräisch, während sich tagsüber eine komplett unterschiedliche Persönlichkeit herauskristallisiert. Danny wird von einer Kraft magnetisiert, die im völligen Gegensatz zu seinem Erbe steht: Neo-Faschismus.“

Also dann:

  1. Der gute Mann ist quasi ab Minute 1 ein vollwertiger Nazi und schlägt direkt einen jüdischen Toraschüler (ich hoffe das ist eine brauchbar richtige Bezeichnung man so) nieder. Da kristallisiert sich nichts heraus…
  2. Er studiert auch nachts nicht religiöse Schriften, sondern beschäftige sich in / ab der Mitte des Films mit einer Torarolle, die er aus einer Synagoge geklaut hat. Im wesentlichen repariert er das beschädigte Papier.
  3. Lehren tut der gute Mann auch nicht. Er bringt seiner Freundin wohl hebräisch bei, als die in darum bittet. Aber unter „lehren“ hätte ich spontan etwas ausführlicheres verstanden. Wie zum Beispiel das unterrichten einer Schulklasse oder einer Studiengruppe.

Soweit meine kleine Schimpftirade. Bleibt noch kurz zu sagen, dass mir der Film recht gut gefallen hat. Ryan Gosling spielt die doch ungewöhnliche Rolle souverän und der Film schafft es auch direkt von Anfang an zu fesseln. Sollte man mal gesehen haben (imho).

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Klappentexte

2 08 2009

Wer um alles in der Welt schreibt die Klappentexte von Filmen und Serien. Ich komme immer wieder zu dem Punkt, dass es nur jemand sein kann, der entweder den Film überhaupt nicht gesehen hat und nicht wirklich Ahnung hat um was es geht. Oder aber es sind Leute die direkt die wichtigsten Punkte des Films mit Auflösung und Schlusspointe niederschreiben.

Wahrscheinlich geben Filmverleiher bzw. Filmvertriebe richtig viel Geld für Rechte und Verpackung aus, aber es bleiben noch handgestoppte 2,50 EUR übrig um etwas auf die bunte Rückseite zu schreiben. Also nimmt man sich den Praktikanten der mal eben 2 Stunden Zeit bekommt um 375 Stunden Film in möglichst knappen Worten zu beschreiben.

Mir ist das schon öfter aufgefallen, aber natürlich verdrängt man solche bösartigen Erfahrungen. Vergessen geht nicht, dass muss ein Schnutzmechanismus sein, der in Verdrängung mündet. Daher nur meine Favoriten aus der letzten Zeit (geordnet nach Qualität, das Schlimmste zuerst):

Star Trek: Enterprise – Folge 2 – Freund oder Feind

„[…] findet Archer’s Crew die Besatzung des Schiffes leblos vor, einer wichtigen chemischen Körperflüssigkeit beraubt. Als ein weiteres Schiff auftaucht, wird die Enterprise des Chemikaliendiebstahls beschuldigt.“

Häh… ja, die Besatzung des außerirdischen Schiffs ist leblos (man könnte sie auch tot nennen), aber von einer Beschuldigung des Diebstahls habe ich nichts mitbekommen. Die Enterprise-Besatzung wurden eher beschuldigt die Crew des fremden Schiffs getötet zu haben. Aber das ist wahrscheinlich zu logisch und nachvollziehbar und nicht abgespact genug.

Jarhead

„Nach seiner […] Grundausbildung dient Sergant Swoff  als Scharfschütze […] ohne jeden Schutz vor unerträglicher Hitze und irakischen Soldaten. Swoff und die anderen Marines befinden sich einer brutalen Lage: Aufs Töten gedrillt kämpfen sie in einem Krieg […]“

Ich will ja nicht rummeckern (ok, eigentlich will ich das schon), aber in diesem Film wird überhaupt sehr wenig gekämpft. Zumindest nehmen die Hauptpersonen, einige Marines unter Staff Sgt. Sykes nicht wirklich an den Kämpfen teil, sondern werden eher durch hochgerüstete Kampfflugzeuge ersetzt. Es geht um das lange Warten auf den Krieg, das zermürbende Herumsitzen, aber auch um den Schrecken zerbombter Schlachtfelder. Wer aber einen Actionfilm erwarten, der liegt hier falsch und wird von der Rückseite vollkommen in die Irre geleitet.

Im Tal von Elah

„Packender Kriegs – Thriller“

Ok, ich bin etwas kleinlich, aber um einen Krieg geht es hier auch nur indirekt. Es geht mehr um Kriegsheimkehrer und die psychologische Belastung unter der sie stehen. Feiner Unterscheid…

„18 Monate kämpft Mike Deerfield im Irak […] wird aber nach seiner Rückkehr in die Heimat plötzlich vermisst. Mikes Vater […] stellt an Mikes Armeestützpunkt in New Mexiko Nachforschungen an […]. Mit Unterstützung von Detective Emily Sanders (Charlize Theron) kommt er einem Netz aus Korruption und Lügen auf die Spur.“

Ein wesentlicher Aspekt des Films ist es, dass ein Bild der US Armee erhalten bleiben soll, ein Schein gewahrt werden muss, der nicht ganz richtig ist. Dazu wird die Wahrheit sicher mit Springerstiefeln getreten. Es gibt aber niemanden der versucht seinen persönlichen Vorteil aus den Ereignissen zu ziehen, daher ist eben der Punkt mit der Korruption eher eine Lüge.

Fazit

Um hier wenigstens etwas positives zu sagen: ‚Jarhead‘ und insbesondere ‚Im Tal von Elah‘ sind sehr sehenswerte Filme, die ich nur jedem Filmfan empfehlen kann. Auch die neue Enterprise-Serie ist mehr als unterhaltsam und knüpft an die alten Tage an, wo es noch um die Entdeckung unbekannter Territorien ging.

Mehr muss ich hier nicht mehr sagen, den heftigsten Frust habe ich mir ja bereits von der Seele geschrieben.





Typus “Grummeliger (Anti)held”: Dr. House

28 06 2009

Seit knapp vier Wochen konsumiere ich die ersten beiden Staffeln der Fernsehserie Dr. House (selbstredend auf DVD, wer möchte schon auf die nächste Folge warten). Wenn ich kein Seriendetail übersehe, ist das die erste „Krankenhaus-Serie“ seit der Schwarzwaldklinik *shame on me*, die ich mir ansehe. Aber zurück zum Thema – Dr. House ist der klassische Typ von Antiheld: Eigentlich ein großes Unsympath, aber genial in dem was er tut (Diagnostiker, gibt es sowas wirklich als standalone-Fachgebiet ???).
In jeder Folge nimmt er sich mit seinem Team einen interessanten Fall vor. Interessant bedeutet hier, dass der Patient ein paar ungewöhnliche und bizarre Symptomkombinationen aufweist und die Ärzte suchen dann die passende Krankheit dazu. Das Ganze läuft auch immer irgendwie so ab, dass House und sein Team erstmal daneben liegen (Trial and Error?), bevor sie auf die richtige Diagnose kommen. Langweilige Fälle sind dem guten Doktor eigentlich vollkommen zuwider, trotzdem wurde er (in Folge 1) zu „Standard-Praxisdienst“ verdonnert und so kommen wir Zuschauer neben dem primären Fall in jeder Folge in den Genuss kleiner skurriler Begegnungen (Bsp.: der junge Mann mit dem Vogel auf dem Arm und dem mp3-Player im Anus).
Das alles klingt jetzt sehr danach, dass in jede Folge das Standardschema durchgezogen wird. Das ist durchaus auch richtig. Dies wird aber so wunderbar politisch halbkorrekt verpackt, so schön sarkastisch-zynisch geliefert…. man kann nur sein helle Freude daran haben. Ein paar Beispiele zu den schlagfertigen Dialogen finden sich im Blogbuster und Serien Blog.
Bleibt nur die Frage: „Ist es Lupus oder eine andere Autoimmunerkrankung, vielleicht doch Krebs oder die Edward-Vogler-Krankheit? Differentialdiagnose bitte.“ Sich mit der Dr.-House-Suchtkrankheit anstecken ist sicherlich hier möglich.